Eigene USB-SensorBar für die Wii Remote
Sich seine eigene Sensorleiste für die WiiMote zu bauen ist eigentlich recht einfach.
Ich habe mich für die Stromversorgung per USB entschieden (5V, max. 100mA) um nicht auf Batterien angewiesen zu sein und die Leiste überall wo ein Computer ist verwenden zu können.
Benötigt werden folgende Teile:
- Eine Platine zum Auflöten der Bauelemente
- Infrarot-Dioden (hier acht Stück vom Typ L-934F3BT)
- Widerstände, Berechnung siehe unten
- einen USB-Stecker und die Haube dazu
- evtl. Schrumpfschläuche
- beliebige isolierte Kabel
- Ein Gehäuse, also die eigentliche "Leiste"
Außerdem natürlich die Ausrüstung zum Löten der Bauteile und evtl. ein Multimeter zur Überprüfung der berechneten Spannungen und Ströme.
Zunächst muss man sich an Hand der ausgesuchten Dioden den Schaltkreis überlegen. Wählt man IR-Dioden mit 100mA Betriebsstrom, sollte man alle in Reihe schalten, da man nicht ohne weiteres mehr als 100mA vom USB-port ziehen darf. Da ich mich für 50mA Dioden entschieden habe, schalte ich sie wie auf dem Bild zu sehen in zwei paralelle Zweige.
Da Jede Diode mit 1.2V versorgt werden will und ich auf jedem Zweig 5V anliegen habe, verwende ich vier Dioden pro Zweig und somit 4.8V. Um sie nicht höher zu belasten und auch als Überspannungsschutz, schalte ich jeweils eingangsseitig 4Ohm Widerstand vor die Dioden, der nach dem Ohmschen Gesetz die verbleibenden 0.2V=50mA*4Ohm übernimmt. Alternativ kann man auch einfach 2Ohm in die gesamte Zuleitung löten (vor der Verzweigung), da: 2Ohm=0.2V/100mA
Mangels 4Ohm-Widerständen, habe ich acht einohmige verwendet und sie jeweils abwechselnd mit einer Diode angeordnet, wie auf dem Bild zu sehen. Als Diodenabstand is ca. Fingerbreite vielleicht ganz sinnvoll. Man kann auch die äußeren Dioden etwas nach außen biegen, damit man mit der WiiMote auch bei größeren Winkeln seitlich zum Bildschirm arbeiten kann.
Nun verlötet man die Bauelemente wie auf dem Schaltplan, bzw. wie berechnet, möglichst platzsparend auf zwei Platinenstreifen. Das Ergebnis ist im Bild links zu sehen.
Für die elektrische Verbindung der beiden Diodenreihen und die Stromleitung zum USB-Stecker habe ich einen Rest Lautsprecherkabel verwendet und möglichst flach an die Rückseiten der Platinen angelötet.
Man muss eingangsseitig an beide Platinen mit dem 5Volt-Kabel (1. Pin des USB-Steckers) heran und nach den Diodenreihen mit einem Stück Kabel auf Masse zurück (4. Pin beim USB-Stecker). Mann kann auch etwas Schrupfschlauch zum Zusammenfassen der Kabel und Abdeckung der Kontakte nehmen. Bevor man sich Gedanken um ein Gehäuse dafür macht, sollte man die Dioden nun testen. Am USB-Port angeschlossen kann man z.B. mit einem Multimeter die Spannungen messen. Wie gut sie leuchten kann man mit dem Sucher einer beliebigen Digitalkamera überprüfen, da diese im Gegensatz zu unseren Augen, das abgestrahlte Licht erkennen kann. Die Dioden sollten hell leuchten, ohne sich mit der Zeit nennenswert zu erwärmen! (Sollten sie heiß werden, bekommen sie wohl zu viel Spannung ab und man sollte die Schaltung nochmal überprüfen)
Als Gehäuse für die Leiste habe ich ein ca. 50cm langes, quadratisches Aluprofil verwendet mit 1cm Kantenlänge. Mit einem 4mm-Bohrer habe ich dann an beiden Enden Löcher für die Dioden gebohrt. Bevor man die Platinen ins Gehäuse schiebt, sollte man noch die Lötstellen auf ihrer Rückseite etwas isolieren um mit dem Aluminium keinen Kurzschluss zu verursachen.
Jetzt einfach die Platinen etwas schräg ins Gehäuse schieben und an der richtigen Stelle dann kippen und die Dioden in den Löchern platzieren. Eventuell noch etwas (z.B. ein dünnes Holzstück) zur besseren Befestigung hinter die Platinen schieben und das Ganze mit (Heiß-)Kleber fixieren.
Fertig ist die selbstgebaute USB-Sensorbar!
Am besten unter dem Monitor (oder wie hier: Fernseher) platziert und ohne Gegenstände zwischen den Dioden und der WiiMote, steht einem ersten Test nichts mehr im Wege.
Noch ein Hinweis zur Größe der Leiste:
Der Abstand der beiden Diodengruppen sollte nach der Aktionsentfernung zur WiiMote gewählt werden. Ein zu kleiner Abstand führt zu Problemen bei größeren Entfernungen, ein zu großer dagegen zu Erkennungsproblemen im Nachbereich, da der Öffnungswinkel der WiiMote-Infrarotkamera 45° beträgt. Deshalb von mir die Empfehlung, die Breite des verwendeten Bildschirms als maximale Länge der Leiste zu verwenden.
Viel Spaß beim Basteln und Verwenden der Leiste!
Alle hier beschriebenen Schritte sind natürlich ohne Gewähr und auf eigene Gefahr hin durchzuführen. Ein wenig Bastel- und Löterfahrung sind auch druchaus von Nöten und v.a. Vorsicht im Umgang mit den, wenn auch geringen, Spannungen und Strömen!

Kommentare
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[...] eine im Internet erhältliche "Wireless"-Variante zurückgreifen, oder sich eine eigene SensorBar mit USB-Anschluss oder Stromversorgung über Batterien bauen. Der Selbstbau erfordert zwangsweise geringe [...]
Öffnungswinkel?
Woher weist du das der Öffnungswinkel der IR-Kamera 45° ist?
Hast du da eine Quelle oder hast du es in einem Selbstversuch herausgefunden?
Das hab ich im Internet
Das hab ich im Internet gefunden, die Quelle weiß ich allerdings auch nicht mehr.
So ungefähr deckt sich das aber auch mit meine Beobachtungen.